Biomasse ABC

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In unserem Biomasse ABC erklären wir die wichtigsten Begriffen rund um das Heizen mit Biomasse und liefern Ihnen eine Definition der Biomasse:

 

Abgastemperatur

Als Abgastemperatur bezeichnet man die Temperatur der Verbrennungsgase aus dem Heizkessel, die sie beim Einströmen in den Schornstein besitzen. Jeder Brennstoff besitzt seine eigene Abgastemperatur. Die Biomasseverbrennung erreicht hohe Abgastemperaturen von 120 bis zu 400 °C im Gegenteil zu Brennwertkessel mit ca. 40 °C. Die Abgastemperatur ist ausschlaggebend für die Auswahl des Schornsteinsystems.

Asche

Fester Rückstand, der beim Heizen mit Biomasse (Pellets, Hackschnitzel oder Holzscheite) entsteht. Holzasche enthält Mineralstoffe und kann auch als Dünger für den Garten verwendet werden.

Aschegehalt

Der Aschegehalt gibt die Menge eines nicht brennbaren Verbrennungsrückstandes an. Je niedriger der Aschegehalt, umso besser verbrennt Biomasse und umso sauberer bleibt die Heizung. Der Aschegehalt z. B. von Pellets wird in Gewichtsprozent (%) bezogen auf die Trockensubstanz angegeben. Vollständig verbrannte Holzpellets besitzen einen Aschegehalt zwischen 0,5 und 1,5 %.

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Biomasse

Biomasse ist alles, was aus Pflanzen, Tieren und deren Ausscheidung besteht. Sie kann fest, flüssig oder gasförmig vorkommen. Aus Biomasse lässt sich sowohl Energie (Wärme, Kälte, Strom) als auch Treibstoff (Biodiesel, Pflanzenöle) gewinnen.

Zur festen Biomasse zählen Waldrestholz in Form von Holzscheiten oder Hackschnitzeln, Sägerestholz, Holzpellets, Rinde, behandeltes und unbehandeltes Altholz, Holz aus schnellwachsender Baumarten (Weide, Pappel), aber auch halmgutartige Brennstoffe wie Stroh, Getreide oder Chinaschilf.

Flüssige Biomasse sind Pflanzenöle (z. B. Rapsöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl), die z. B. zu Treibstoffen wie Biodiesel weiterverarbeitet werden.

Gasförmige Biomasse sind Gase, die aus fester bzw. flüssiger Biomasse erzeugt werden. Dazu zählt Biogas, das beim Vergären von Mais (fest) und Gülle (flüssig) entsteht. Biogas kann ins Netz gespeist werden oder es wird zur Stromerzeugung genutzt. Dafür wird es in Motoren verbrannt, die einen Stromgenerator antreiben.

Brennwert

Der Brennwert wird auch oberer Heizwert genannt. Er gibt die maximal nutzbare Wärmemenge eines Brennstoffs an, die bei der vollkommenen Verbrennung frei wird. Der beim Verbrennen entstehende Wasserdampf kondensiert und die darin enthaltene Wärme kann zusätzlich genutzt werden. Der Brennwert wird auf die Menge des eingesetzten Brennstoffes bezogen. Beim Heizwert bleibt der Energiegehalt des Wasserdampfs unberücksichtigt. (siehe auch: Heizwert).

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CO2-neutral

Beim Verbrennen von Holz wird nur jene Menge Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre freigesetzt, die zuvor von der Pflanze beim Wachsen aus der Atmosphäre entnommen wurde. Als CO2-neutral werden Prozesse bezeichnet, bei denen das aktuelle globale CO2-Gleichgewicht nicht verändert wird.

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Drehrostfeuerung

Bei dieser Art der Feuerung gelangt der Brennstoff von unten (Unterschub) oder seitlich (Einschub) auf einen sich drehenden (rotierenden) Rost. Dabei entsteht ein ruhiges Brennstoffbett, bei dem der Brennstoff optimal vergast. Der Ausbrand der Gase findet meist in einer nachgeschalteten Nachbrennkammer statt. Nach vollständigem Ausbrand wird die Asche abgeworfen und mittels Entaschungssystem aus dem Brennraum abtransportiert.

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Emissionen

Der Begriff „Emission“ wird vom lateinischen emittere –herausschicken, senden – abgeleitet. Als Emissionen werden Schadstoffausstöße von Prozessen an die Umwelt bezeichnet. Beim Verbrennen von Gas, Öl oder Holz entstehen umweltgefährdende Stoffe wie Stickoxide (NOx), Kohlenmonoxid (CO) oder Kohlendioxid (CO2). Jeder Brennstoff stößt eine unterschiedliche Menge an Schadstoffen aus, die über den Schornstein in die Luft gelangen. Die Grenzwerte für den Schadstoffausstoß von Biomasseheizungen bis 1 MW sind in der 1. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen - 1. BImSchV) festgeschrieben.

Energiepflanzen

Energiepflanzen sind landwirtschaftliche Nutzpflanzen, welche zur Energiegewinnung angebaut werden. Aus ihnen kann Energie in Form von Wärme, Kälte, Strom oder Treibstoff (Biodiesel) gewonnen werden. Verschiedene Umwandlungsprozesse wie Vergärung, Ölgewinnung oder Verbrennung wandeln diese Nutzpflanzen in Energie um. Zu ihnen zählen Ölpflanzen wie Raps oder Sonnenblume, gut vergärende Pflanzen wie Mais und auch schnellwachsende Bäume (Kurzumtriebspflanzen) wie Weiden und Miscanthus (Elefantengras). Die Vielfalt der Energiepflanzen können Sie auch im KWB Energie-Schaugarten erleben.

ENplus

Mit diesem Zertifikat wird die Qualität von Holzpellets und Holzbriketts bescheinigt. Dabei stehen der Verbraucherschutz und die Qualitätssicherung an vorderer Stelle. Das Zertifizierungssystem setzt eine EU-Norm um. Zusätzlich ermöglicht es eine lückenlose Kontrolle der Lieferkette vom Werk zum privaten Pelletslager. Unter www.enplus-pellets.de sind umfangreiche Informationen und Kontaktdaten aller zertifizierten ENplus-Händler verfügbar.

Erneuerbare Energie

Erneuerbare Energie, auch regenerative Energie, wird aus unerschöpflichen (Sonne) oder sich ständig erneuernden bzw. nachwachsenden Energieträgern (Biomasse) gewonnen. Zu den erneuerbaren Energien zählen Wind, Sonne, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme.

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Feinstaub

Als Feinstaub werden kleinste Schwebstoffe in der Luft bezeichnet. Diese festen und flüssigen Teilchen (Partikel) besitzen einen Durchmesser zwischen 1 und 10 ­µm. Wenn sich ruhende Luft bewegt, folgt der Feinstaub nicht den Fallgesetzen, er setzt sich mehr oder weniger nur langsam ab.

Feuerungsanlagen

Eine Feuerungsanlage erzeugt Wärme, indem sie feste, flüssige oder gasförmige Brennstoffe verbrennt. Die Wärme wird zum Heizen der Räume und zur Warmwasserbereitung genutzt. Sie kann auch in der Industrie als Prozesswärme verwendet werden.

Flugasche

Flugasche entsteht im Heizkessel im Bereich der Züge und des Wärmetauschers. Beim Verbrennen von Pellets entsteht z. B. nur eine geringe Menge Flugasche. Weil sie sich auf der Oberfläche des Wärmetauschers niedersetzt, müssen die Wärmetauscherflächen regelmäßig gereinigt werden. Die Biomassekessel von KWB besitzen eine halb- und vollautomatische Wärmetauscher-Reinigung.

Förderschnecke

Förderschnecken für Pellets und Hackgut beruhen auf dem Funktionsprinzip der archimedischen Schraube. Die in einem Trog/ Kanal liegende Förderschnecke transportiert, von einem Motor angetrieben, die kleinstückigen Brennstoffe vom Lager zum Kessel. Förderschnecken können als starre oder flexible (biegsame) Schnecken ausgeführt werden.

Fossile Energieträger

Fossile Brennstoffe sind Bodenschätze, die über Jahrtausende unter gewissen Voraussetzungen aus toten Pflanzen und Tieren entstanden sind. Dazu zählen Braunkohle, Steinkohle, Torf, Erdgas und Erdöl. Sie alle speichern chemische Energie. Erdöl und Erdgas sind nach wie vor enorm wichtige Energiequellen für die Menschen. Mit ihnen deckt er zurzeit rund 80­ % des globalen Primärenergieverbrauchs. Im Gegensatz zu erneuerbaren Energien setzen fossile Brennstoffe beim Verbrennen hohe Kohlendioxid-Emissionen frei. Die Ressourcen stehen nicht unendlich zur Verfügung. Auch ist bekannt, dass sie zukünftig nicht vollständig ersetzt werden können.

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Grob- oder Rostasche

fällt im Rost der Feuerungsanlage an. Die Grob- und Rostasche besteht neben den festen Verbrennungsrückständen auch aus mineralischen Verunreinigungen wie Sand, Erde oder Steine.

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Hackschnitzel bzw. Hackgut

ist maschinell zerkleinertes Holz mit und ohne Rinde mit einer maximalen Stücklänge von ca. 100 mm. Für Hackschnitzel gilt die europäische Norm EN 14961. Sie legt Kennwerte und Klassen für den Biobrennstoff Hackschnitzel fest, wie Wassergehalt, Aschegehalt, Korngrößenverteilung, Schüttraumdichte, Stickstoff- und Chlorgehalt und Heiz- bzw. Brennwert. In der Praxis ist auch in Deutschland die Klassifizierung nach der älteren österreichischen Norm ÖNORM 7133 verbreitet.

Heizwert

Der Heizwert ist die maximale Energiemenge, die beim Verbrennen entsteht, ohne die Wärmemenge des Wasserdampfes im Abgas zu berücksichtigen. Der Heizwert von Holzpellets liegt bei ungefähr 4,9 kWh pro Kilogramm. Damit entsprechen 2 kg Pellets etwa 1 Liter Heizöl.

Heizwert = Brennwert - Kondensationsenergie

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Industriepellets

Neben den zertifizierten und genormten Pellets für kleine Feuerungsanlagen gibt es auch sogenannte Industriepellets. Sie besitzen meist einen größeren Durchmesser (10-12 mm) und sind nicht so hart gepresst. Da für diese Sorte Pellets nicht so strenge Qualitätskriterien gelten, weisen sie einen höheren Aschegehalt auf. Der Einsatz von Industriepellets ist, wie der Name sagt, großen Feuerungen in der Industrie vorbehalten. Sie sind auch für das Verfeuern in Hackschnitzelheizungen geeignet.

Industriehackschnitzel

Damit werden holzartige Hackschnitzel (ohne Waldhackgut) und Hackgut aus Altholz bezeichnet. Industriehackschnitzel sind Neben- und Abfallprodukte aus dem holzverarbeitenden Gewerbe. Sie können unbehandelt oder auch behandelt sein, da sie oft Kleb-, Imprägnier- und Farbstoffe enthalten.

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Jahresnutzungsgrad

Der Jahresnutzungsgrad ist der tatsächliche Wirkungsgrad einer Heizungsanlage während eines Betriebsjahres. Er wird an einer bestehenden Heizungsanlage gemessen und berücksichtigt sowohl die verschiedenen Betriebszustände als auch sämtliche Betriebsverluste dieser einen Anlage.

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Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) ermöglichen Wärmeproduktion bei gleichzeitiger Stromerzeugung. Das Prinzip beruht auf einem thermodynamischer Prozess, bei dem mit einer Antriebsenergie (z. B. mit Biomasse oder Biogas erzeugter Dampf oder Gas) ein Motor angetrieben wird. Er bewegt mit mechanischer Energie einen Generator, der Strom erzeugt. Die beim Prozess anfallende Wärme kann zum Heizen genutzt werden.

Der erzeugte Strom kann entweder direkt genutzt oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Genauso kann auch die Wärme entweder direkt genutzt oder in ein vorhandenes Nah- bzw. Fernwärmenetz eingespeist werden. In diesen dezentralen Anlagen wird der Energieinhalt der Brennstoffe zu mehr als 80 % ausgenutzt, viel effektiver als z. B. in großen zentralen Anlagen.

Kurzumtriebsplantage

Eine Kurzumtriebsplantage (KUP) wächst auf landwirtschaftlicher Fläche und besteht aus schnell wachsenden Bäumen oder Sträuchern. Es werden Baumarten wie Pappeln oder Weiden verwendet, die auch mit Maschinen geerntet werden können. Das Ziel eines solchen Energiewaldes ist es, innerhalb kurzer Zeit eine möglichst große Menge an nachwachsendem Holz zu ernten. Für eine KUP pflanzt man Baumstecklinge in Reihen an. Sie können je nach Gattung und Klima alle 3 bis 10 Jahre (Kurzumtrieb) geerntet werden.

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Lambdaregelung

Unterschiedliche Brennstoffe brauchen für optimales Verbrennen jeweils unterschiedlich viel Sauerstoff aus der Luftzufuhr. Der Lambdawert λ gibt in der Heiztechnik den Luftüberschuss bezogen auf eine vollständige Verbrennung an. Mit der nach dem Wert benannten Lambdaregelung kann der Kessel ein bestimmtes Verhältnis von Verbrennungsluft zu einem Brennstoff einstellen. Den Lambdawert erfasst eine Lambdasonde im Abgas. Siehe auch Lambdasonde.

Lambdasonde

Bei modernen Heizkesseln wird die Feuerungsregelung über eine Lambdasonde gesteuert. Sie ist ein Sensor, welcher den Restsauerstoffgehalt im Abgas misst. Bei Abweichungen vom Idealwert ändert die Regelung die Luftzufuhr -z.B. über die Gebläsederehzahl-, sodass sie wieder zur Brennstoffmenge passt und sie wieder optimal abbrennt. Lambdasonden werden bei Pelletskesseln, Hackschnitzel- und Holzheizungen eingesetzt, aber auch bei Automotoren.

Lignin

Das holzeigene Bindemittel Lignin kommt in sämtlichen holzartigen Pflanzen vor. Es ist in der pflanzlichen Zellwand eingelagert und verbindet deren Zellulosestrukturen. Beim Pressen von Sägemehl zu Pellets wird das holzeigene Lignin zum flüssigen Bindemittel, das die Pellets nach dem Abkühlen zusammenhält.

Luft

Nur mit Luft, genau genommen mit dem Sauerstoff in der Luft, ist ein Verbrennen (von Biomasse) möglich.

Luftüberschusszahl

Die Luftüberschusszahl Lambda ist beim Verbrennen das Verhältnis der tatsächlich zugeführten Luft und der theoretisch benötigten Luft. Die erforderliche Luftüberschusszahl hängt von der Feuerungsart ab. Bei Biomasse sind dies zum Beispiel: 1,5 bis 1,8 und bei Öl 1,1 bis-1,3. Siehe auch Lambdaregelung und Lambdasonde.

Luftverhältnis

Um eine vollständige Verbrennung des Brennstoffes zu gewährleisten, ist mehr Luft zuzuführen als theoretisch erforderlich ist. Damit wird sichergestellt, dass für alle brennbaren Bestandteile hinreichend Sauerstoff zur Verfügung steht. Der Luftüberschuss ist die Differenz zwischen tatsächlicher und theoretischer Luftmenge.

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Miscanthus, Chinaschilf

Das mehrjährige Riesengras stammt aus Ostasien und ist eine bedeutende Energiepflanze. Es kann bis zu 4 Metern hoch werden. Wegen seines hohen Brennwertes und seiner günstigen Kohlendioxid-Bilanz findet Miscanthus zunehmend Verwendung als Brennstoff für Biomassefeuerungsanlagen.

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Nahwärme

Bei einem Nahwärmenetz wird die Wärme aus einer Heizzentrale (Heizraum) über gut isolierte Rohrleitungen, meist im Erdreich verlegt, in viele umliegende Gebäude verteilt. Dort wird sie zum Heizen und zur Warmwasserbereitung genutzt. Im Vergleich zur Fernwärme wird die Wärme nur über verhältnismäßig kurze Strecken verteilt. Der Übergang zur Fernwärme mit größeren Leitungslängen ist fließend.

Nachwachsende Rohstoffe

Nachwachsende Rohstoffe (abgekürzt NawaRo), sind land- und forstwirtschaftlich erzeugte organische Rohstoffe, die nicht als Nahrungsmittel verwendet werden. Sie können zur Energieerzeugung oder zur stofflichen Verwertung genutzt werden, z. B. als Dämmmaterialien oder als Ersatzprodukt für erdölbasierte Produkte.

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Oxidation

Chemische Reaktion, bei der Sauerstoff mit einem anderen Stoff reagiert. Alle Verbrennungen sind Oxidationsvorgänge. Beim Verbrennen von kohlenstoffhaltigen Stoffen wie Biomasse (Pellets, Hackschnitzel, Holzscheite) unter Luftsauerstoff entstehen u. a. Kohlenstoffdioxid, Kohlenmonoxid und Wärmeenergie. Letztere nutzt der Kessel für die Heizung und für die Warmwasserbereitung.

Ökologischer Fußabdruck

Für den  ökologischem Fußabdruck wird die Fläche ermittelt, die jeder Mensch benötigt, um den derzeitigen Lebensstandard dauerhaft aufrechtzuerhalten. Anschließend wird dieser Flächenverbrauch auf alle Menschen hochgerechnet und mit den auf der Erde real verfügbaren Flächen verglichen. Somit stellt der Fußabdruck eine quantitative und qualitative CO2 Bilanz dar. Bei sparsamer Lebensweise hat man logischerweise einen kleineren Bedarf an Fläche als bei verschwenderischer.

ÖNORM M 7136

Diese Norm ist für die Qualitätssicherung in der Transport-und Lagerlogistik für Holzpellets zuständig.

ÖNORM M 7137

Die österreichischen Norm (ÖNORM) M 7137 gilt für Pelletslager beim Verbraucher bzw. Endkunden. Diese regelt u. a. die Lüftungsregeln für Pelletslager. Sie wurde 2012 aktualisiert. In Deutschland gibt es keine spezielle DIN-Norm für Pelletslager, weshalb sich bisher in der Praxis an der Önorm orientiert wird. Ende 2013 erschien eine VDI-Richtlinie, die technische Regeln für Pelletslager bis 100 t Fassungsvermögen beinhaltet.

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Pellets

Holzpellets sind zylindrische Holzpresslinge. Sie werden im Pelletwerk aus naturbelassenen Holzspänen hergestellt, die als Reste im holzverarbeitenden Gewerbe anfallen. Sie werden in einer fleischwolfartigen Matrize unter Druck verpresst, wo sie zu harten und festen Holzpellets verdichtet werden. Holzpellets sind genormt nach DIN EN 14961 in Deutschland und in Österreich nach ÖNORM M7135. Ihre Qualität ist nach ENplus bzw. DIN plus zertifiziert.

Photosynthese

Die Photosynthese ist die grundlegende Stoffwechselreaktion grüner Pflanzen und der wichtigste biochemische Prozess auf der Erde: Aus energieärmeren Stoffen werden mit Hilfe von Lichtenergie energiereiche Stoffe erzeugt. Dabei hilft der lichtabsorbierenden grüne Farbstoff (Chlorophyll), auch Blattgrün genannt. Dabei wird Kohlenstoffdioxid (CO2) gebunden und Sauerstoff freigesetzt. Pflanzen sind mit Ihrer Fähigkeit zur Photosynthese die mit Abstand effektivsten Sonnenenergienutzer. Die in der Pflanze gespeicherte Sonnenenergie kann in Form von Holzenergie – also auch Pellets – wieder genutzt werden.

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Qualitätsbrennstoff

Von einem Qualitätsbrennstoff spricht man, wenn seine Zusammensetzung sowie seine chemischen und physikalischen Eigenschaften den Anforderungen diverser Normen und Qualitätslabel entsprechen. (z. B. Holzpellets 14961 ­bzw. ENplus oder Hackgut nach ÖNORM M 7133).

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Raumaustragung

Mit Raumaustragung ist die Beförderung der Pellets aus dem Lagerraum zum Biomassekessel gemeint. Sie gewährleisten den kontinuierlichen Betrieb. Verschiedene vollautomatische Arten sind Förderschnecke, Saugsystem oder Pelletrührwerk. Die richtige Raumaustragungen hängt von den Lagerbedingungen vor Ort ab und muss gemeinsam mit einem Fachmann geklärt werden.

Raummeter (Rm)

Stapelvolumen. In der Forst- und Holzwirtschaft übliches Maß für 1 m³ aufgesetztes oder geschichtetes Holz einschließlich der holzleeren Zwischenräume.

Regenerative Energie

Als regenerative Energie werden Energieträger und –formen bezeichnet, die sich ständig auf natürliche Weise erneuern.

Rückbrandsicherung

Eine Rückbrandsicherung zum Lagerraum ist notwendig, damit sich Feuer aus dem Brennraum des Heizkessels nicht über das Austragsystem zurück in den Lagerraum ausbreiten könnte. Hierfür stehen verschiedene Vorrichtungen zur Auswahl, die aber nicht den Transport des Brennstoffs behindern sollten.

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Schüttraummeter

Maßeinheit für 1 Kubikmeter geschüttete Holzteile (z. B. Hackgut).

Stückholz

Stückholz (Scheitholz) wird im Wald geschlagen. Es wird zum handbeschickten Heizen mit Öfen und Holzkesseln genutzt. Frisch geschlagen besitzt das Holz einen Wassergehalt von ungefähr 45 bis 60 Gewichtsprozent, weshalb es 1-2 Jahre trocknen sollte. Wenn es dann einen reduzierten Wassergehalt von etwa 20-25 Gewichtsprozent erreicht hat, kann es mit guten Gewissen emissionsarm verfeuert werden.

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Treibhauseffekt, natürlich

Die Lufthülle der Erde besteht aus Gasen wie Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid und Methan, die man Treibhausgase nennt. Die Treibhausgashülle lässt Sonnenstrahlen auf die Erde und verhindert, dass ein Teil der Sonnenwärme wieder ins Weltall verschwindet. Das ist der natürliche Treibhauseffekt.

Treibhauseffekt, anthropogen

Anthropogener Treibhauseffekt heißt „vom Menschen gemachter“. Das massenhafte Verbrennen von Kohle, Öl und Gas hat in den letzten 150 Jahren die Treibhausgase verdoppelt. Dadurch ist ein Ungleichgewicht entstanden, das die Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur zur Folge hat. Daraus resultiert der Klimawandel mit verstärkten Wirbelstürmen, starken Regengüsse einhergehend mit Hochwasser oder lange Dürreperioden.

Turbulatoren, auch Wirbulatoren

Turbulatoren sind stabförmige, gewendelte Stahleinsätze. Sie befinden sich in den Rohren des Wärmetauschers im Kessel. Durch intervallartige Bewegungen reinigen sie den Wärmetauscher von Flugasche, um weiterhin einen gleichmäßig hohen Kesselwirkungsgrad zu erzielen.

T3-Regel

Die T3-Regel „Temperature, Time and Turbulance“ (deutsch: Temperatur, Zeit und Verwirblung) beschreibt die Bedingungen für eine gute Verbrennungsqualität mit niedrigen Schadstoffemissionen. Wenn die Regel beachtet wird, dann ist die Verbrennungstemperatur ausreichend hoch, die Verweilzeit der Verbrennungsgase in der heißen Zone ausreichend lang und es herrscht eine gute Turbulenz. Das bedeutet, dass die Brenngase mit dem Sauerstoff ausreichend verwirbeln und sich durchmischen.

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Umweltfreundlichkeit

Als umweltfreundlich gilt, wenn bei einem Produkt oder Prozess nur eine sehr geringe oder keine Belastung der Umwelt entsteht. Holz und Pellets gelten im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas als sehr umweltfreundlich. Das Holz hat einen gewissen Teil des CO2-Ausstoßes bei der Verbrennung bereits verarbeitet. Trotzdem sind auch natürliche Energieträger nicht komplett CO2-neutral, da sie oft lange Transportwege hinter sich haben. Die umweltfreundlichsten Pellets und Hackschnitzel stammen aus der Region.

Unterschubfeuerung

Bei einer Unterschubfeuerung schiebt eine Förderschnecke den Brennstoff von unten in eine Brennstoffmulde (Retorte). Ein Teil der Verbrennungsluft strömt als Primärluft in den Bereich der Retorte. Dort wird der Brennstoff getrocknet, pyrolytische zersetzt und vergast. Die Holzkohle brennt aus. Die Gase brennen in der anschließenden Nachverbrennungskammer unter Zugabe von Sekundärluft aus. Vorteile der robusten Unterschubfeuerung sind ein stabiles Glutbett und eine einfache Entaschung.

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Verbrennung

Bei der Verbrennung reagiert der Brennstoff mit Sauerstoff oder einem anderen. Dabei werden Wärme und Licht freigegeben. Die in den organischen (brennbaren) Bestandteilen des Brennstoffes gebundene chemische Energie wird durch Oxidation mit Sauerstoff in Wärme umgewandelt. Die anorganischen (nicht brennbaren) Bestandteile des Brennstoffes bleiben als Asche übrig.

Verbrennung, primär

Bei der primären Verbrennung verbrennt der Brennstoff. Brennbare Abgase entstehen. Sie können durch die sekundäre Verbrennung genutzt werden.

Verbrennung, sekundär

Bei der sekundären Verbrennung verbrennt das Kohlenmonoxid (CO) im Abgas, indem Sekundärluft zuströmt und sich mit dem Abgas mischt. Man spricht dann von einer vollständigen Verbrennung.

Verbrennung, vollständig

Vollständige Verbrennung geschieht, wenn ausreichend Sauerstoff im Brennraum vorhanden ist und hohe Verbrennungstemperaturen entstehen. Man spricht dabei oft vom Flammenbrand oder Glutbrand. Erkennbar ist eine vollständige Verbrennung auch an den entstehenden Verbrennungsgasen Kohlendioxid und Wasserdampf.

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Waldhackschnitzel

Waldhackschnitzel sind mit Hackern zerkleinerte Holzteile (Schnitzel), die direkt aus dem Wald stammen. Der Wassergehalt frischer Hackschnitzel beträgt zwischen 40 und 60 Gewichtsprozent der Frischsubstanz. Damit sie verheizt werden können, werden die Hackschnitzel auf 25 - 35 Gewichtsprozent der Frischsubstanz natürlich getrocknet. Die Beschaffenheit von Hackgut ist nach ÖNORM M7133 genormt.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad einer technischen Anlage ist ein Maß für die Energieeffizienz. Es ist das Verhältnis der erzeugten nutzbaren Energie (z. B. Wärme) zur eingesetzten Energie. (z.B. Heizwert des Brennstoffes).

Wärmetauscher

Durch einen Wärmeüberträger – umgangssprachlich auch Wärmetauscher – überträgt Wärme von einem Medium auf ein anderes. Bei der Biomasseheizung überträgt der Wärmetauscher im Kesselinneren die Wärme der Rauchgases aus dem Brennraum auf das durch den Kessel zirkulierende Heizungswasser.

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Yttriumkeramik

Der Werkstoff Yttriumkeramik wird bei Lambdasonden als Ionenleiter verwendet. Eine Lambdasonde ist ein chemischer Sensor, der die Sauerstoffkonzentration im Abgas ermittelt. Ihr elektronisches Signal weist die Regelung an, über die Gebläsedrehzahl die Luftzufuhr so einzustellen, dass der Brennstoff optimal verbrennt.

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Zellradschleuse

Durch eine Zellradschleuse gelangt immer nur eine bestimmte Menge an Pellets in den Brennraum. So ist eine leichte Dosierung möglich und zusätzlich wird die Anlage vor einem möglichen Rückbrand gesichert.

Zentralheizung

Heizungsanlage, bei der an einer zentralen Stelle (Heizraum) Heizwärme erzeugt wird. Diese wird über ein Wärmeverteilsystem (Wasserkreislauf in Rohren) in die verschiedenen Räume transportiert. Das zirkulierende Wasser gibt seine Wärme an Heizkörper, Fußboden- oder Wandheizungen ab.

Zyklonabscheider

Ein Zyklonabscheider (Fliehkraftabscheider) reduziert die Emissionen von Pelletheizungen. Das Abgas wird im Abscheider in eine Drehbewegung versetzt. Die auf die kleinsten Staubpartikel wirkenden Zentrifugalkräfte beschleunigen diese radial nach außen. Ein nach innen saugender Gasstrom trennt sie ab und scheidet sie aus.

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